Kommunikationschaos beenden

Schulen brauchen klares Konzept für Schulbetrieb

Wenn dieses Schuljahr Ende Juni endet und am 11.8.2020 ein neues beginnt, brauchen Eltern, Schüler, die Schulen und die Schulträger ein verlässliches Konzept, wie Unterricht in Corona-Zeiten gestaltet werden kann, fordert die SPD-Fraktion im Weseler Kreistag.

Verwirrung statt Orientierung

Richard Stanczyk
Richard Stanczyk, schulpolitischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion Wesel

„In der Hochphase der Corona-Krise stiftete Bildungsministerin Gebauer mehr Verwirrung statt Orientierung. Nicht nur wurde eine Anweisung von ihr kurze Zeit später von Ministerpräsident Laschet einkassiert. Schlimmer noch waren die wöchentlichen Erlasse der Ministerin, die darin gipfelten, dass die Durchführungsbestimmungen hierzu regelmäßig erst am späten Freitagabend versandt wurden. Lehrer, Eltern und Schüler mussten diese dann am nächsten Schultag sofort umsetzen“, begründet Richard Stanczyk, schulpolitischer Sprecher der SPD im Kreis, seinen Unmut mit der NRW Landesregierung.

Dank an Lehrer, Eltern, Schüler und Schulträger vor Ort

Sein ausdrücklicher Dank geht daher an die Lehrer, die Eltern, die Schüler und die Schulträger vor Ort. Diese hätten es im Kreis Wesel sowie in ganz NRW trotz der widersprüchlichen und nicht ausreichenden Landesunterstützung tatsächlich gemeinsam geschafft, einigermaßen vernünftigen Unterricht zu ermöglichen. Viele Eltern seien in den letzten Wochen durch gleichzeitige Kinderbetreuung und Arbeit von zu Hause aus an ihre Belastungsgrenze gekommen. Die Sorge um die Arbeit und um die Gesundheit der Familie kam noch dazu.

Lehrergewerkschaften und Bundeselternschaften strikt dagegen

Nicht nachvollziehbar hält Stanczyk, Kreistagsmitglied aus Neukirchen-Vluyn, die Anweisung der Schulministerin, dass für zehn Schultage die NRW-Grundschulen zum Regelbetrieb noch vor den Sommerferien zurückkehren sollen. Bis zu 30 Kinder in einer Klasse, um so noch einmal „den vertrauten Unterricht zu erleben“. Lehrergewerkschaften und Bundeselternschaften seien strikt dagegen, Lehrer aus den Risikogruppen fehlten. Alle bisherigen komplizierten Planungen seien damit mal wieder über den Haufen geworfen. Das Kommunikationschaos müsse beendet werden, damit Schulen, Schüler, Eltern und die Schulträger wieder Ordnung, Orientierung und klare Strukturen haben.

Schöne Ferien…

Der schulpolitische Sprecher der SPD sieht zudem gesundheitliche Risiken. Stecke sich ein Kind bis zum Beginn der Ferien an, „dürfe“ es zusammen seiner Familie bis zu vier Wochen in Quarantäne bleiben. Sein Kommentar: „Schöne Ferien!“