Schulbesichtigung: Ramona Reinfeld, stellvertretende Schulleiterin (1. v.l.), mit Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion

Pflegeausbildung auf Zukunftskurs: „SPD-Kreistagsfraktion vor Ort“ in der Berufsfachschule für Pflege und Gesundheit des Kreises Wesel

Bei einem Gesprächstermin mit Schulleiter Gernot Mangold und seiner Stellvertreterin Ramona Reinfeld im Lehrerzimmer der Berufsfachschule für Pflege und Gesundheit konnten sich die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion in gemütlicher Runde über die wertvolle Arbeit, die die Schule für den sozialen Zusammenhalt im Kreis Wesel leistet, informieren.

Das „Seminar für Altenpflege“, wie die kreiseigene Schule noch bis vor kurzem hieß, blickt auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurück, die immer auch von Umbrüchen und Weiterentwicklungen geprägt war. „Seit der Gründung in den 70er Jahren hatte die Entwicklung unserer Schule immer ihre eigene Dynamik: Ausbildungsformen kamen und gingen, neue Standorte wurden gegründet und auch wieder geschlossen, zusammengelegt und geteilt,“ informiert Gernot Mangold. Letztendlich setzte sich der Standort an der Moerser Straße in Kamp-Lintfort durch, wo die Schule jetzt seit vielen Jahren beheimatet ist und momentan in 3 Klassen jährlich bis zu 84 Schüler und Schülerinnen im Rahmen der 3-jährigen Pflegeausbildung erfolgreich auf die anspruchs- und verantwortungsvolle Arbeit vorbereitet.

Trotz der wachsenden Herausforderungen, die sich durch den demografischen Wandel in unserer Gesellschaft stellen, blicken Gernot Mangold und Ramona Reinfeld positiv in die Zukunft. „Momentan sind die Arbeitsbedingungen und die Ausstattung unserer Schule noch nicht ganz optimal“, räumt Reinfeld ein, „aber das wird sich spätestens mit dem für das Jahr 2022 geplanten Umzug an den „Berufskolleg Campus“ in Moers grundlegend ändern.“

Auch die Anhebung der Förderpauschale, die die Schule pro Schüler und Monat erhält, wirkt sich ab 2020 unmittelbar positiv auf den Schulalltag aus. „Wir investieren dieses Geld zu 100% in neue Dozenten und kleinere Klasse, Maßnahmen, die den Schlüssel zum Lernerfolg darstellen“, erläutert Gernot Mangold.

Ungeachtet aller Bemühungen litte das Berufsbild des Altenpflegers und der Altenpflegerin jedoch unter einem schlechten Image. „Dass unser Berufsfeld im Allgemeinen als minderwertig im Vergleich zu anderen Pflegeberufen gesehen wird, ist sehr bedauerlich und entspricht zudem nicht den Tatsachen“, so Mangold. Tatsächlich sei die Ausbildung zum/r Altenpfleger/Altenpflegerin nahezu identisch mit der des/r Krankenpflegers/in.

Dörthe Krüger, SPD-Fraktionsmitglied und stellvertretende Sprecherin im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz, verweist in diesem Zusammenhang auf das neue „Pflegeberufegesetz“, das u.a. unter Federführung des SPD-geführten Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgearbeitet wurde. Nach einem langen und durch kontroverse Diskussionen und politische Auseinandersetzungen geprägten Gesetzgebungsverfahren tritt das Gesetz ab dem 01.01.2020 in Kraft und führt die bis dato getrennten Regelungen des Altenpflege- und des Krankenpflegegesetzes zu einer weitgehend generalistischen Pflegeausbildung zusammen.

zusammen. „Auch die Modernisierung der Ausbildungsinhalte, die bessere Ausstattung der Pflegeschulen, die einheitliche Finanzierung und die Schulgeldbefreiung bringen die Weiterentwicklung der Pflegeberufe voran und steigern die Attraktivität der Ausbildung“, so Krüger, die beruflich die Pflegeausbildung als Einrichtungsleiterin in der Altenpflege aus erster Hand kennt.

Auf die Frage von Karin Wietheger, Vorsitzende des SPD-Arbeitskreises für Schule, Kultur und Sport, welche weitere konkrete Unterstützung sich die Schule von der Politik im Allgemeinen und von der Kreispolitik im Besonderen wünsche, kam die Antwort prompt: „Wir würden uns schon freuen, wenn unsere Arbeit und die Arbeit aller in der Pflege Tätigen, stärker gewürdigt würde und wünschen uns dazu konkret mehr Unterstützung, auch in der Öffentlichkeitsarbeit“. Dies erzeuge mit relativ geringem Aufwand eine große Wirkung.

Dem pflichtet Gabriele Gerber-Weichelt, stellvertretene Fraktionsvorsitzende der Kreistags-SPD, bei: „Menschen die in der Pflege tätig sind, erfüllen eine sinnvolle und für die Gesellschaft bedeutsame, unverzichtbare Arbeit.“ Sie können mit Recht erwarten, dass diese anspruchsvolle und verantwortungsvolle Tätigkeit honoriert und auch entsprechend entlohnt wird.“ Die SPD-Kreistagsfraktion werde die Berufsfachschule für Pflege und Gesundheit auch weiterhin tatkräftig bei ihrer wichtigen Arbeit unterstützen.