Gabriele Wegner, stv. Vorsitzende und umweltpolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion Wesel

NRW-Landwirtschaftsministerin ist im Naturschutz offensichtlich nicht sattelfest

CDU-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze-Föcking äußerte sich kürzlich im Rahmen einer Veranstaltung in Wesel auch zum Thema Insektensterben.

Das sei ein ernstes Thema, und sie wolle sich dieser Sache annehmen, so Schulze-Föcking. Daher wolle sie nun ein mehrjähriges Monitoring (Untersuchung) zu den Ursachen und zu möglichen Gegenmaßnahmen in Auftrag geben.

Was sich zunächst einmal hilfreich anhört, entpuppt sich als größere Wissenslücke der Landwirtschaftsministerin und lässt sie primär als Interessenvertreterin der Landwirtschaft erkennen, stellt die SPD-Fraktion des Kreises Wesel fest. „Sind denn Frau Schulze-Föcking, die ja amtswegen auch den Naturschutz zu vertreten hat, die neuen Studien zum Insektensterben nicht bekannt?“, fragt ungläubig Gabriele Wegner als umweltpolitische Sprecherin ihrer Fraktion? Dass die Ministerin die Veröffentlichungen von BUND und NABU nicht gerne lese, sei noch nachvollziehbar, da hier die Interessen der Landwirtschaft auch mal kritisch hinterfragt würden. Aber auch die neutralen Studien von Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium nicht zur Kenntnis zu nehmen, sei doch sehr fragwürdig. „Die Daten liegen alle vor“, so Wegner, „wir brauchen keine neuen Erkenntnisse, wir brauchen wirkungsvolle Maßnahmen, die das Insektensterben jetzt stoppen.“

Die SPD vermutet, Frau Schulze-Föcking will erst einige Jahr verstreichen lassen, bevor die Landwirtschaft aufgefordert werden soll, auf Insektizide zu verzichten.

Neben der SPD-Kreistagsfraktion kam sogar ihre eigene Fachbehörde nicht umhin, Frau Schulze-Föcking auf der Veranstaltung zu widersprechen.

Herr Dr. Verbückelen, Abteilungsleiter im Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucher (LANUV), wörtlich zum Thema Insektensterben: „Wir brauchen nicht mehr zu forschen. Wir wissen, was zu tun ist.“

Die SPD-Kreistagsfraktion Wesel fordert Frau Schulze-Föcking nun auf, zügig und umfassend mit Maßnahmen zu beginnen statt auf Zeit zu spielen. Darauf würden auch Imker, Obstbauern und Naturfreunde sowie die ganze Vogelwelt dringend warten bzw. existentiell angewiesen sein.