„Was passiert, wenn…?

Gerd Drüten, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion Wesel

Die nächste Katastrophenschutz-Übung im Kreis Wesel soll das Szenario eines Unfalls der umstrittenen und maroden Atomkraftwerke Tihange und Doel in Belgien aufgreifen. Die SPD-Fraktion im Kreis Wesel fordert dies im Ausschuss für Umwelt und Planung.

„Es sind nur 120 km von Wesel bis Aachen und von dort ist es nur einen Katzensprung bis zu den beiden Pannenreaktoren. Die Bevölkerung am Niederrhein würde im Fall des Falles voll betroffen sein. Die Schutzzone um Fukushima betrug immerhin 300 km,“ so Michael Victor, Kreistagsmitglied der SPD. „Was unternimmt der Kreis, wenn ein Atomunfall in unserer Nachbarschaft geschieht? Gibt es einen fertigen Plan in der Schublade der Kreisverwaltung für solche Fälle? Wenn nicht, sollte man schleunigst einen unter Beteiligung aller Rettungskräfte erstellen.“

„Der Kreis führt regelmäßig Katastrophenschutzübungen zum Thema Hochwasser durch“, meint Gerd Drüten, Fraktionsvorsitzender der Kreis-SPD. „Das ist auch berechtigt und gut so, weil diese Möglichkeit hier durchaus besteht.“ Aber man müsse auch auf neue Gefahren vorbereitet sein. Daher fordert seine SPD-Fraktion die Verwaltung auf, die nächste Katastrophenübung dazu zu nutzen, sich auf einen – hoffentlich nie eintretenden – Atomunfall in unserer Nähe vorzubereiten. Die schlichte Ausgabe von Jodtabletten für jüngere Bevölkerungsschichten durch die Kommunen – wie in Aachen praktiziert – könne schließlich nicht alles sein, was vorzubereiten und zu üben sei.

Antrag_KA_2017_09_28